Die wichtigsten Erkenntnisse aus einem Jahr e-Spirit Usergroup

Happy Birthday, e-Spirit Usergroup! Unter dem Motto „Real-Life Community für FirstSpirit-Anwender“ fand vor einem Jahr die Auftaktveranstaltung zur Gründung der e-Spirit Usergroup – kurz ESUG – in Essen statt. Anlässlich dieses kleinen Jubiläums haben wir Andreas Kämmer, Gründungsmitglied und Vorsitzender der Usergroup, zu den Erfahrungen und Highlights des ersten Jahres befragt.

1. Wie kam es zur Idee für die Usergroup? Was war die Ausgangssituation und was gab den entscheidenden Impuls?

Die Ursprungsidee war, mit der e-Spirit Usergroup eine gemeinsame Plattform zu schaffen und so den fachlichen Austausch zwischen Partnern, Kunde und Hersteller zu fördern. Gleichzeitig sollte die ESUG als unabhängige Interessensvertretung und Stimme dem Hersteller gegenüber auftreten. Mit comspace waren wir bereits im Rahmen der früheren RedDot Usergroup aktiv und haben dabei gute Erfahrungen gemacht. Ich habe dann Roy Kraft und Lars Onasch von e-Spirit angesprochen und bin darüber mit Dirk Langenheim von Intentive ins Gespräch gekommen. Mit seiner Erfahrung aus der OpenText Usergroup kam der Stein ganz schnell ins Rollen.

Auf dem e-Spirit Kunden- und Partnertag wurde die Idee zum ersten Mal in großer Runde vorgestellt, das war natürlich ein Heimspiel. So richtig in die Planung eingestiegen sind wir vor etwa einem Jahr. Das erste offizielle Treffen im Unperfekthaus Essen war dann auch gleich der Auftakt zur Vereinsgründung. Jetzt dürfen wir uns schon auf das mittlerweile dritte Treffen am 7. Februar in Frankfurt freuen.

2. Welche Vorteile können die Teilnehmer der Usergroup für sich mitnehmen?

Wer ein Forum für den fachlichen Austausch rund um die Produkte von e-Spirit sucht, ist hier richtig. Wir wollen so viele Experten wie möglich, die sich für Integrationen und Projektlösungen auf Basis von FirstSpirit interessieren, zum konkurrenzfreien Wissenstransfer und Netzwerken an einen Tisch bringen. Davon profitieren alle. comspace ist einer von rund 80 e-Spirit Partnern, dazu kommen etliche Spezialisten auf Kundenseite und weitere Interessierte. Unser Ziel ist es, Synergien zu schaffen und zu nutzen, um so gemeinsam Verbesserungen für Entwickler, Anwender und Kunden zu erarbeiten – unabhängig vom Hersteller, doch in einem engen Dialog.

Die Veranstaltungsformen sind dabei bunt gemischt und wechseln flexibel. Vorträge, Open Spaces, Podiumsdiskussionen, Workshops – da ist für jeden etwas dabei und jede/r ist herzlich eingeladen, sich einzubringen.

3. Welche inhaltlichen Themen waren die Highlight des ersten Jahres ESUG?

Bei den ersten beiden Veranstaltungen wurde bereits eine ganze Reihe an neuen e-Spirit-Lösungen, -Modulen und Best Practices vorgestellt. Dazu gehörten beispielsweise Themenbereiche wie Leadmanagement und Inbound-Marketing mit FirstSpirit oder der Betrieb von WCM Infrastrukturen. Aber auch konkrete Beispiele wie das Modul zur generischen Suchintegration mit Apache Solr auf Basis der FirstSpirit UX-Bridge, also der Volltextsuche zur Generierung der Webinhalte aus dem FirstSpirit, und die Vereinigung der Stärken von CMS und Portalen am Beispiel von Liferay. Wer sich die einzelnen Themen genauer ansehen möchte, findet dazu auch weitere Infos in unserem Blogbeitrag zum Jahresrückblick der ESUG.

4. Was sind die Erkenntnisse aus der Gründung einer Usergroup und wie geht man ganz praktisch bei der Gründung einer solchen Institution vor?

Beantworten wir die zweite Frage zuerst: Die Hauptvoraussetzung, um eine Usergroup für eine Software-Anwendung zu gründen, sind natürlich zunächst die Anwender, die interessiert sind, sich auszutauschen. Parallel haben wir begonnen, Partner zu gewinnen, die die gleichen Ziele verfolgen. In einer Usergroup möchte man selbstverständlich keinen Wettbewerb unter den Partnern erzeugen, sondern vertrauensvoll miteinander umgehen. Schlussendlich macht es Sinn, bereits in der Gründungsphase den Hersteller mit einzubeziehen.

Einige praktische Erkenntnisse, die wir aus unseren Erfahrungen auch mit anderen Usergroups gewonnen haben: Regelmäßigkeit ist entscheidend! Das heißt, regelmäßige Treffen machen die Usergroup für Teilnehmer erst interessant, zusätzlich gibt es wöchentliche Telefon-Termine zur Organisation und Weiterentwicklung. Außerdem sind feste Zuständigkeiten wichtig: Ein Mitglied organisiert das Backoffice gegen Aufwandsentschädigung und kümmert sich um Anmeldungen, Mitglieder-Einzüge, Rechnungen etc. Für die inhaltliche Ausgestaltung gilt außerdem, je mehr (Agentur-)Teilnehmer, desto größer der Pool für interessante Fachvorträge. Hilfreich ist auch die Unterstützung von Seiten des Herstellers, z.B. durch die Teilnahme eines Hersteller-Vertreters an den Treffen. Dabei sollte die (finanzielle) Unabhängigkeit vom Hersteller aber immer gewährleistet sein. Genauso wie praktische Beiträge durch die Anwender auf Kundenseite wichtig sind, um nicht zur Agentur- und Hersteller-Veranstaltung zu werden.

5. Welche Entwicklungen erwartest Du in den nächsten 12 Monaten für die Usergroup?

Zuallererst wünschen wir uns natürlich noch mehr Mitglieder und Teilnehmer zu gewinnen. Mehr Beteiligung bedeutet dann auch mehr regelmäßige Treffen, die wir in unterschiedlichen Formaten durchführen möchten: Beispielsweise Barcamps, Workshops und Round Tables. Besonders am Herzen liegt uns eine Kooperation zur Förderung des Nachwuchses sowohl auf Entwickler- als auch auf Anwenderseite.

Über Andreas Kämmer

Kämmer ist Geschäftsführer der Bielefelder Digitalagentur comspace. Als Mitgründer und Kopf des Unternehmens baut er die digitale Beratungskompetenz rund um Web Content Management-, E-Commerce- und DAM-Lösungen aus und unterstützt mit seinen 70 Mitarbeitern mittelständische und große Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Online-Strategie.