Personalisierung für Industrieunternehmen

Das Thema Personalisierung ist allgegenwärtig. Jeder spricht davon, und doch fällt es vielen Unternehmen schwer, sich wirklich in eine Personalisierungsstrategie einzudenken. Viele Marketer fragen sich an dieser Stelle „Und wozu soll das gut sein?“ Mit diesem Blogartikel möchten wir das Realtime Targeting von der theoretischen auf die praktische Ebene heben und als Strategie erlebbar machen.

Wir haben uns das Beispiel eines produzierenden Industrieunternehmens ausgesucht und zeigen dabei auf, wie moderne Onsite-Targeting-Methoden auch im traditionellen Umfeld von großer Bedeutung sein können.

Warum Realtime Targeting?

Wie schafft man es, jedem Kunden genau das zu zeigen, was es sehen möchte, ohne ihm seine Zeit zu stehlen? Kurz gesagt: Realtime Targeting ist der Schlüssel zur Aufmerksamkeit des Kunden.

Verschiedene Faktoren tragen hierzu bei, unter anderem der konstante Zustrom neuer Inhalte im Internet und die zunehmende Vernetzung der Nutzer. Mit Personalisierung in Echtzeit kann ein Unternehmen sich und seine Botschaften von der Masse abheben und immer mit relevanten Inhalten zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Methoden des Realtime Targetings

Die Echtzeit-Personalisierung von Webseiteninhalten kann auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden. Die zwei wichtigsten Targeting-Taktiken sind hierbei das Geo-Targeting und das Behavioral-Targeting.

Geo-Targeting

Geo-Targeting bezeichnet die Personalisierung von Inhalten anhand der Geolokalisierung des Nutzers. Diese Form des Targetings ist besonders beliebt und besonders effizient, da viele Webseiten-Nutzer Ihren Standort per IP übermitteln.

Behavioral-Targeting

Das Behavioral-Targeting als Strategie setzt auf die Auswertung des Klickverhaltens der Nutzer. Mit dem sogenannten Lead-Scoring kann jedem Klick ein thematischer Punktwert zugeschrieben werden. Ist das Scoring-Modell einmal angelegt, sortiert sich der Nutzer durch sein Klickverhalten auf der Webseite wie von selbst in ein zielführendes Kundensegment ein.

Geo-Targeting für Industrieunternehmen

Der aktuelle Standort des Webseiten-Nutzers ist eine wertvolle Information für ein Unternehmen. Dies gilt ganz besonders, wenn wie bei großen Unternehmen mehrere Standorte und unterschiedliche Ansprechpartner vorhanden sind.

Hier die Unternehmenswebseite der Muster AG, einem produzierenden Unternehmen mit Standorten in ganz Deutschland:

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Homepage der Muster AG – Beispielhaftes produzierendes Unternehmen

Anhand der übermittelten Geoinformationen eines Nutzers lassen sich folgende Webseiten-Elemente ganz einfach personalisieren:

1. Das Bühnenmotiv

Das Bühnenmotiv regional anzupassen ist eine effektive Methode, um Aufmerksamkeit auf diesen Bereich der Webseite zu lenken.

2. Der Bühnenlink

Der weiterführende Link im Bühnenelement sollte ebenfalls angepasst werden, um regionale Interessen wieder zu spiegeln.

3. Infomeldungen und Unternehmens-News am Standort

Was passiert aktuell in der Region? Dies ist besonders interessant, wenn Sie an Veränderungen beteiligt sind.

4. Der Ansprechpartner

Haben Sie den Nutzer geolokalisiert, können Sie ihm gleich den relevanten Ansprechpartner für seine Region nennen, ohne dass er nach dieser Information suchen muss.

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Homepage der Muster AG mit geolokalisierten Inhaltselementen für die Region Hamburg

Behavioral-Targeting ganz konkret

Die Muster AG ist Technologieexperte für viele Technologien in verschiedenen Produktionsbereichen. Um einem potenziellen Kunden genau die Inhalte ausspielen zu können, die er sehen möchte, kommt ein thematisches Scoring-Modell zum Einsatz. Der Klickweg eines Kunden mit Interesse an Windkrafttechnologien könnte folgendermaßen gescored werden:

1. Übersichtsseite: 10 Punkte

Der Nutzer klickt auf die Schaltfläche „Erneuerbare Energien“ auf der Startseite. Somit bekundet er ein Interesse, welches jedoch noch sehr vage ist.

2. Thematische Übersichtsseite: 30 Punkte

Klickt sich der Nutzer von der Übersichtsseite aller erneuerbaren Energien auf die Übersichtsseite der Windkrafttechnologien, wird sein Interessengebiet weiter eingegrenzt.

3. Spezialisierte Info-Seite: 50 Punkte

Liest der Nutzer sich technische Informationen zu bestimmten, dedizierten Technologien durch, ist dies eine klare Interessensbekundung.

4. Produktvideos oder anderer interaktiver Content: 50 Punkte

Je mehr Engagement verzeichnet werden kann, als desto qualifizierter kann der Lead eingeordnet werden. Ist eine vorher definierte Punktegrenze überschritten, sollten aktive Targeting- und vor allem Lead-Capturing-Maßnahmen greifen.

5. Download eines Produktkatalogs oder einer technischen Broschüre: 75 Punkte

Hat der Nutzer durch sein Klickverhalten ein deutliches Interesse signalisiert, können thematische Inhalte gezielt ausgespielt werden. Hierzu zählen weitere Artikel und Meldungen zu seinem Interessensgebiet, aber auch und vor allem Inhalte mit einer sogenannten Permission-Schranke. Um diese zu konsumieren, müssen Daten wie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angegeben werden. Diese Daten können zur Qualifizierung des Leads an den Vertrieb übergeben werden.

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Thematische Unterseite für Windkrafttechnologien der Muster AG Webseite

Die vergebenen Punkte werden dem Nutzerprofil zugeordnet – dies geschieht über Cookie-Technologien auch bei anonymen bzw. nicht-registrierten Nutzern. So können thematisch passende Inhalte auch dann ausgespielt werden, wenn der Nutzer sich auf anderen Bereichen der Webseite bewegt oder wenn er nach einigen Tagen die Webseite erneut besucht.

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Homepage der Muster AG mit gescoreten Inhaltselementen für das Thema Windkrafttechnologie

Fazit

Die zwei wichtigsten Realtime-Targeting Methoden sind Geo-Targeting und Behavioral-Targeting. Diese zwei Methoden können natürlich auch verkoppelt werden. Viele bereits bestehende Elemente wie Bühnen, thematische Artikel und News lassen sich in einer Realtime Targeting Strategie verwenden und vor allem gezielt wiederverwenden.

Durch das gezielte Ausspielen der Inhalte an Nutzer, die ein dediziertes Interesse signalisiert haben, lassen sich Konversionswege verkürzen. Der Nutzer kommt viel schneller und einfacher an Inhalte, die für ihn relevant sind, und erlebt Ihr Unternehmen direkt als Experte für sein Interessengebiet. Die Realtime Targeting Module von FirstSpirit und dem Universal Messenger ermöglichen die einfache Implementierung einer leistungsstarken Realtime Targeting Strategie.

  • Die Wiederverwendung von bestehenden Inhaltselementen und Webseitenstrukturen kann einen einfachen Einstieg ins Realtime Targeting bieten
  • Konversionsstrecken können bereits durch kleine Targeting-Maßnahmen signifikant optimiert werden
  • Realtime Targeting Strategien können beliebig skaliert und auch nach der Konversion ausgebaut werden

Jane Schubert, Online Marketing Managerin bei Pinuts media + science Multimedia-Agentur

Die Gastautorin

Jane Schubert ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und weiß über moderne Webstrategien, Inbound Marketing und SEO bestens Bescheid. Sie schreibt für PiKnowledge (Pinuts Blog) über eine ganze Bandbreite von spannenden CXM-Themen.