Black Friday und Cyber Monday knacken die Milliardenmarke

Keine Chance gegen den Schnäppchen-Wahn: Auf allen Kanälen wird seit Wochen zur ultimativen Schnäppchenjagd am Black Friday und Cyber Monday geblasen. Obwohl der schwarze Freitag noch populärer ist als sein Cyber-Bruder, etablieren sich beide Konsum-Events immer fester im Marketing-Kalender der Online-Händler und damit in den Köpfen der Verbraucher. Eine aktuelle Studie von RetailMeNot zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) schon mal vom Black Friday und Cyber Monday gehört haben und damit 21 Prozent mehr als noch 2015 (45 Prozent).

Der Black Friday, dessen Name offenbar ein Überbleibsel aus seinen Entstehungsjahren in den USA der 60er Jahre ist, als positive Verkaufszahlen noch in schwarzer Tinte geschrieben wurden, hat sich auch in Deutschland zu einem unverzichtbaren Umsatzmotor und Startschuss zum vorweihnachtlichen Online-Geschäft gemausert. Prognosen zufolge wird das Schnäppchen-Wochenende 2016 erstmals die Milliarden-Marke knacken: Mit erwarteten 1,1 Milliarden Euro Umsatz würde das ein Wachstum von beeindruckenden 18,3 Prozent gegenüber 2015 bedeuten.

Der endgültige Todesstoß für das gute, alte Ladenlokal?

Anders als im Herkunftsland USA ist der Black Friday hierzulande vor allem ein Online-Geschäft, was nicht zuletzt durch den E-Commerce-Riesen Amazon befeuert wird. Dennoch bleibt das klassische Ladenlokal ein wichtiger Anlaufpunkt für den Kunden. Laut der PWC-Studie „Total Retail 2016 - Der Wettlauf um Relevanz“ bekennen sich überraschenderweise die sogenannten Digital Natives zwischen 18 und 24 Jahren klar zum stationären Handel. Doch nicht ohne das entscheidende „Aber“: Ladenlokale seien vor allem dafür da, um sich persönlich beraten oder inspirieren zu lassen, Produkte vor Ort ausprobieren zu können. Nicht umsonst testet Amazon eigene Showrooms.

Für etablierte Einzelhändler bedeutet das vor allem eins: Sie brauchen eine Menge Mut, um mit neuen digitalen Verkaufskanälen und Online-Erlebnissen ihrem bewährten, aber bedrohlich wackelnden Ladengeschäft Konkurrenz zu machen. Zumindest solange, bis sie eine zukunftsfähige Crosschannel-Strategie etabliert haben. Dann kann der Black Friday auch dem stationären Handel wieder schwarze Zahlen bescheren.