Content als Service, E-Commerce als API

Schnittstelle in die digitale Welt

In einer digitalen Welt, in der das Internet nicht mehr nur aus Webseiten besteht, wird der Zugriff auf Schnittstellen und strukturierte Inhalte immer wichtiger: Ob Content für IoT-Endgeräte oder APIs für die Anbindung von E-Commerce-Prozessen – Content wird zum Service, E-Commerce wird zur API. Daher stehen Marketing-, E-Commerce- und IT-Verantwortliche vor der Herausforderung, immer mehr Funktionen und Inhalte für verschiedene Systeme und Kanäle bereitzustellen. Überall, auf allen Endgeräte und in Echtzeit.

CMS, PIM und MAM als Grundlage für die digitale Transformation

Blickt man zurück auf die Herausforderungen in der Digitalisierung der letzten Jahre, dann wird deutlich, dass die Komplexität und Anzahl der Kanäle und Endgeräte stetig gestiegen ist. Mit der Einführung des iPhones vor zehn Jahren begann quasi die Multi-Channel-Ära: Eine für Desktop optimierte Webseite oder ein Online-Shop reichten schnell nicht mehr aus. In Zukunft wird sich die Anzahl der Touchpoints in der digitalen Kommunikation rasant weiter steigern: Immer mehr Endgeräte – sowohl im privaten als auch beruflichen Alltag - sind mit Internet verbunden. Der Ansatz für jeden Kanal eigene Systeme oder Plattformen zu schaffen stößt hier schnell an Grenzen. Doch durch die Einführung von Verwaltungs-Systemen Anfang der 2000er Jahre, die eine kanal- und medienunabhängige Bereitstellung von Inhalten ermöglichen, waren die Grundlagen für ein Multi-Channel-Marketing in vielen Unternehmen geschaffen. Investition in CMS, MAM und PIM-Systeme, zahlten sich daher für viele Marketing- und IT-Abteilungen in den letzten Jahren immer mehr aus.

E-Commerce und digitales Marketing verlangen neue Schnittstellen

Seit dieser Zeit wurden die digitalen Kanäle wie Website, Shop, Mobile oder E-Mail nicht nur im Marketing immer wichtiger. Auch in Unternehmensbereichen, die direkt an der Wertschöpfung beteiligt sind – vom E-Commerce, über Produktion bis zum Kunden-Service – machte sich die digitale Bereitstellung und Verwaltung von Inhalten bezahlt. Die Frequenz und Anzahl der Systeme und Formate im Datenaustausch erhöhte sich über das gesamte Unternehmen hinweg. Eine Bereitstellung von Daten im simplen Excel- oder CSV-Format ist deshalb selten ausreichend. Stattdessen werden neue, automatisierte Schnittstellen nötig.

Content wird zum Service, E-Commerce zur API

Durch die technischen Entwicklungen und Konzepte im E-Commerce sowie im digitalen Marketing entstehen immer anspruchsvollere und vor allem offene Systeme: Content muss für unterschiedliche Endgeräte und Plattformen bereitgestellt sowie im Kontext des Nutzers ausgeliefert werden. Der E-Commerce benötigt Produktdaten, Preisinformationen oder Verfügbarkeiten sogar in Echtzeit. Und dies nicht mehr nur im Online-Shop, sondern auch auf digitalen Marktplätzen, in Apps, am POS und morgen vielleicht schon auf dem Touchscreen am Kühlschrank.

Klassische Integrationskonzepte erfüllen diese Anforderungen nicht: Daten können heute nicht mehr durch einen nächtlichen Export bereitgestellt werden. Sie müssen über Schnittstellen jederzeit und für eine Vielzahl von Drittsystem verfügbar sein. »Content as a Service« macht auch Marketing- und Produktinformationen zum Service. Und moderne E-Commerce-Plattformen denken nicht mehr in Multi- oder Omni-Channel-Kategorien: Per API lassen sich E-Commerce-Funktionen in jedes denkbare System, auf jedem denkbaren Kanal einbinden. E-Commerce wird zur API.

Alle Daten in Echtzeit und hochverfügbar

Um diese konzeptionellen und technischen Herausforderungen zu lösen, müssen entsprechende Plattformen auf eine Vielzahl von Zugriffen ausgerichtet sein. Und sie müssen Schnittstellen bieten, die nicht mehr nur zur Bereitstellung von Daten dienen, sondern einen direkten Zugriff auf diese erlauben. Nur so wird ein dezentraler, hochverfügbarer und performanter Zugriff auf die Produktdaten gewährleistet.

Betrachtet man beispielsweise die Plattform-Architektur von Amazon oder die offenen Konzepte der Otto-Tochter About You, so wird klar: Im Online-Marketing und E-Commerce von Morgen, werden Daten – hochverfügbar und stets aktuell - zum Treibstoff. Und Schnittstellen – bereitgestellt als Microservice – zum Motor für die digitale Transformation.

Der Gastautor

Matthias Steinforth ist Geschäftsführer bei kernpunkt. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich mit digitalen Themen und Trends. Herr Steinforth hat zahlreiche nationale und internationale Unternehmen bei digitalen Transformationsprozessen begleitet.