Partnerinterview mit René Zoller von Monday Consulting

Partner Marketing
von Romy Fischer

Im Rahmen der Interviewreihe mit unseren Partnern gibt es dieses Mal ein Gespräch mit René Zoller. Der Hamburger ist Senior Consultant und FirstSpirit Unit-Lead bei unserem Premier Partner Monday Consulting und kennt sich inzwischen mit über 10 Jahren Projekterfahrung mit allen Finessen des FirstSpirit CMS bestens aus.

René Zoller von Monday Consulting

Wie lange seid ihr schon FirstSpiritPartner?

Wir sind schon seit 2010 FirstSpirit Partner und gehören zu den wenigen Premier Partnern für die Digital Experience Platform.

Bitte beschreibe eure Agentur in drei Sätzen.

Monday Consulting ist eine hanseatische Agentur im Herzen Hamburgs. Als Partner begleiten wir unsere Kunden über den gesamten Projektzyklus hinweg - sowohl remote als auch vor Ort. Dabei decken wir unter anderem die Bereiche Konzeption, Beratung, Entwicklung, Integration und Projektmanagement ab und begeistern kontinuierlich mit dem Mix aus fachlicher Kompetenz und familiärem Flair.

Gibt es ein Projekt, welches euch in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Das erste Monday-Projekt bei den Stadtwerken Potsdam. Den zufriedenen Kunden betreuen wir noch heute.

Dein liebstes FirstSpirit-Feature? Warum?

Der ContentCreator. In Kundensituationen konnte ich immer mit diesem Editor überzeugen. Er ist ein großartiges Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu den Mitbewerbern.

„DXP“ ist ein Begriff, der in unserer Branche im alltäglichen Sprachgebrauch angekommen ist. Welche Vorteile hat dieser Ansatz denn für Marketer und content-starke Brands?

Unsere Kunden haben die Herausforderung, dass sie diverse Kanäle und Touchpoints bedienen müssen, um ihre Zielgruppen anzusprechen. Außerdem wollen sie die Nutzer nach Möglichkeit personalisiert erreichen. Eine Digital Experience Platform hilft ihnen dabei, eine konsistente und optimierte Benutzererfahrung über alle Kanäle hinweg zu kreieren. Um ein positives Nutzererlebnis zu erzeugen, spielen die Inhalte eine große Rolle. Flankiert wird die Content-Erstellung von den entsprechenden auf den konkreten Anwendungsfall optimierten Tools wie Asset Management, CRM und Analytics. Wenn unsere Kunden alle Tätigkeiten nur noch aus einem zentralen Tool heraus erledigen können, wie es bei FirstSpirit der Fall ist, ist das ein großer Pluspunkt.

Das braucht ein Unternehmen, in Zeiten der digitalen Transformation, damit es sicher für die Zukunft aufgestellt ist:

Aus meiner Erfahrung heraus benötigt ein Unternehmen zum einen eine gute Datenbasis für Entscheidungen. Zum anderen den Willen zur Veränderung und die Werkzeuge, schnell auf Marktänderungen zu reagieren. Mit einer agilen Digital Experience Platform kann man hier einen guten Grundstein legen. Um Ressourcen optimal einzusetzen und Akzeptanz für Entscheidungen zu schaffen, bedarf es einer entsprechenden Datenbasis.

Büroräume Monday Consulting

Wo siehst Du im Zusammenspiel zwischen E-Commerce und Content Vorteile für Eure Kunden?

Der Trend zum Kauf im Web wurde durch die Corona Pandemie weiter verstärkt. Das führt zum Beispiel dazu, dass unsere Kunden ihre eigenen Zielgruppen weniger vor Ort beraten können. Hinzu kommt, dass sie sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen abheben wollen und müssen.

Genau aus diesen zwei Treibern heraus hat das Thema Content-Commerce enorm an Bedeutung gewonnen. Unsere Kunden verwenden ihre Inhalte, um ihre Besucher zu beraten und Kompetenz zu demonstrieren sowie zu überzeugen. Neben der besseren Konversion wird also auch die Marke an sich gestärkt.

Welche Tipps hast Du für die Einführung eines neuen CMS? Welche Herausforderungen sind in jedem Projekt zu beachten?

Wenn Kunden ein neues CMS einführen, geht dieser Entscheidung oft eine intensive Evaluierung der möglichen Optionen voraus. Es werden bestimmte Erwartungen geweckt. Schon zu Beginn eines CMS-Wechsels sollte man transparent kommunizieren, was auf den Kunden zukommt und welche Möglichkeiten es gibt - oder eben nicht gibt.

Unser Ziel ist es, die gespannte Erwartung unserer Kunden an das neue CMS schnell in Begeisterung zu verwandeln. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir eine dringend erwartete Funktionalität so früh wie möglich zur Verfügung stellen. Sind die Kunden einmal begeistert und wirklich überzeugt vom neuen Feature, lassen sich später schwierigere Projektphasen besser durchleben.

Eine Herausforderung, die aus meiner Sicht immer wieder ein großes Thema und Projektrisiko ist, ist die Content-Migration. Egal in welcher Konstellation: komplett neue Inhalte, Überarbeitung oder 1:1 Migration. Dieses Thema wird oft unterschätzt und führt dann zu Verzögerungen.

Viele Kunden nutzen weiterhin ihr CMS on premises, also mit einer Softwarelizenz. Wo siehst Du bei einer Migration zu Software as a Service (SaaS) in der Cloud den größten Vorteil für den Kunden?

Der große Vorteil einer SaaS-CMS-Lösung ist, dass der Kunde selbst kein Know-how aufbauen muss, um sein Content Management System zu betreuen. Release-Wechsel mit Fehlerbehebungen und neuen Funktionalitäten finden regelmäßig statt. Außerdem ist die Software optimal konfiguriert. Das alles betrifft bei FirstSpirit nicht nur das CMS selbst, sondern auch die dazugehörenden Zusatzprodukte wie SmartSearch, CaaS und Monday Webforms. Im Falle von eigenem Hosting müsste der Kunde auch hier Wissen für den Betrieb aufbauen.

Das bedeutet für den Kunden, dass er sicher sein kann, dass Experten sich mit dem Betrieb beschäftigen und alles auf dem aktuellen Stand halten. Dadurch hat er immer eine stabile Plattform und die neusten CMS-Features. Die Software steht im Mittelpunkt des SaaS-Dienstleisters und ist nicht irgendein weiteres Produkt, das die interne IT betreuen muss.

Was sind aus deiner Erfahrung die größten Chancen bei einem Wechsel in die Cloud, und überwiegen diese die Risiken?

Die größten Chancen bei einem Wechsel in die Cloud liegen vor allem in der Loslösung von internen Restriktionen. Die Software wird unabhängig von der internen IT betrieben, sodass in der Regel eine Beschleunigung von Prozessen stattfindet. Die Kunden haben also die Möglichkeit, einfacher und schneller mit neuen Ideen am Markt zu sein.

Monday Consulting ist im Public-Bereich sehr stark. Hier betreuen wir Unternehmen, die explizit auf die Integration ihrer internen Systeme angewiesen sind. Für sie ist die Migration des CMS und der dazugehörenden Komponenten nur eine Herausforderung.

In den letzten Monaten haben wir erlebt, dass gerade hier die größte Herausforderung bei einer Cloud-Migration liegt. Die Kunden wünschen sich bei dem Gang in die Cloud, dass auch die Ausgabeschicht mit umgezogen wird. Bei den aktuellen Angeboten, die statisches und PWA-Hosting umfassen, ist das aber nicht immer möglich. Hier müssen wir derzeit weitere Ressourcen hinzukaufen. Im Sinne eines ganzheitlichen Angebots wäre es gut, wenn alles aus einer Hand kommen könnte. Umso mehr freut es uns, dass Crownpeak bereits an einer Lösung arbeitet.

Was ist Deiner Meinung nach der Trend für die nächsten zwei Jahre?

Aus meiner Sicht wird sich der SaaS-Trend aus Effizienzgründen weiter verstärken. Wir werden eine weitere Ausdifferenzierung von Cloud-Diensten sehen bei gleichzeitiger besserer Integration zwischen Diensten. Die rasante Entwicklung in allen Bereichen der Online-Welt wird dazu führen, dass wir immer mehr spezialisierte Tools entdecken werden, die einen ausgewählten Aspekt herausragend lösen können. Gleichzeitig werden sich diese Werkzeuge immer besser zu individuellen Baukästen zusammenschließen lassen. Microservice-Architekturen sind bereits etabliert und Service-Meshes und Serverless-Ansätze gerade heiß diskutiert.

Wie wird sich Content Management in den nächsten Jahren entwickeln?

Ich nehme wahr, dass sich der Trend in Richtung Headless-CMS verstärkt. Außerdem kann man auch immer mehr API-First Projekte sehen. Dies ergibt in Bezug auf den Personaleinsatz Sinn, weil sich CMS-, Frontend und Backend-Entwicklung viel besser entkoppeln lassen. Das führt zu einer Beschleunigung der Umsetzung. Verstärkt wird diese Entwicklung auch um die Anforderung, die im CMS erzeugten Inhalte in verschiedenen Kanälen (Omnichannel) auszuspielen.

Hinzu kommt das Thema „Personalisierung” als ein wichtiger Treiber in den kommenden Jahren. Hiermit können sich Marken stark von ihren Mitbewerbern abheben und die Kundenbindung an sich stärken. Im Public-Sektor sehe ich als größten Treiber für die kommenden Entwicklungen das Online-Zugangsgesetz. Hier wird sich trotz des Zieldatums Ende 2022 noch sehr viel bewegen.

Beim Einsatz von KI bin ich noch skeptisch. KI-Systeme sind datenhungrig und vor dem Hintergrund der DSGVO und den verschärften Trend des Datenschutzes in der EU sowie andere Staaten bin ich mir nicht sicher, dass man eine genügend große Datenbasis für den sinnvollen Kunden-Einsatz von KI erfassen kann. Dort, wo es bereits eine große Datenbasis gibt, werden sich KI-Anwendungen durchsetzen. Ich denke hier an Bilderkennung zum Beispiel für Tagging und Emotion Recognition, oder NLP.

Danke für das Interview, René!

About the author

Als Partner Marketing Managerin ist Romy verantwortlich für Marketingaktivitäten für das Partnerökosystem und auch für gemeinsame Aktivitäten mit den mehr als 60 Partnern der e-Spirit GmbH. Durch ihre jahrelange Erfahrung in der engen Zusammenarbeit mit internationalen Kunden und Agenturen verfügt sie über umfassende Expertise im Bereich Marketing, Eventmanagement sowie der Contenterstellung.

Romy Fischer
Partner Marketing Manager

rfischer@e-spirit.com